Grenzen auflösen. Kontexte neu schreiben.
Für mich existiert keine Hierarchie der Materialien. Ein massengestanztes Industrieprodukt besitzt die gleiche ästhetische Wucht wie klassische Werkstoffe – wenn man es richtig orchestriert. In meinen Mixed-Media-Arbeiten zwinge ich scheinbar widersprüchliche Elemente in einen direkten Dialog. Ich nehme Alltagsgegenständen ihre gewohnte Funktion, verfremde sie und kombiniere sie zu etwas völlig Neuem.
Das Ergebnis ist nie eine simple Addition von Material, sondern eine gezielte Synthese. Es geht mir darum, visuelle und haptische Brüche zu erzeugen, die irritieren und vertraute Wahrnehmungsmuster aufbrechen. Diese Arbeiten fordern den zweiten, genaueren Blick – und sie beweisen, dass die intensivste Wirkung oft genau dort entsteht, wo das Gewohnte seine Komfortzone verlässt.
„K/Ein Gottesbild“
Material: Durchlauf-Gitterfalle, Seifenblasenmaschinen, ungebrannter keramischer Akt, Neonlampe, Holz, Tuch
Eine Installation anlässlich der Ausstellung „Gottes Bilder“ in St. Erpho (Edith Stein) in Münster.
Die Seifenblasen stehen für unsere Kindheit, in der wir meist die ersten Bilder von Gott vermittelt bekommen. Die Maschinen blasen diese auf den wie ein Köder in der Gitterfalle liegenden, ungebrannten keramischen Akt. Im Laufe der Ausstellungsdauer lagern sie sich dort immer weiter an. So wie jedes unserer Bilder von Gott dem Eigentlichen vielleicht nahezukommen scheint, ist es doch immer auch absolut unvollständig und potenziell irreführend. Für diese Bilder stehen auch die Seifenblasen, die schillernd daherkommen, zerplatzen und sich auf uns niederschlagen.
Die Gitterfalle verdeutlicht die Gefahr des Gefangenseins in unseren eigenen Bildern von Gott – wie auch des Gefangenwerdens durch Autoritäten, die uns ihre Bilder vermitteln oder aus einem bestimmten Interesse aufoktroyieren wollen.