Grafische Raum-Strukturen und plastische Denkfelder
Der Begriff der Skizze und Zeichnung umfasst hier die Bedeutung von „Konzept“ im Sinne der geistigen Vorwegnahme und „Spur“ im Sinne der unmittelbaren Bewegung, nicht an die endgültige Starrheit und Schwere des skulpturalen Materials gebunden.
Jede dieser visuellen, dynamischen, ja fast architektonischen Linien trägt die Antipoden gedanklicher Leichtigkeit und materieller Verdichtung in sich. Die grafischen Blätter sind offen in Richtung auf Fläche und Raum, Leere und Form, Spontaneität und Konstruktion und damit wird auch Zeit als visueller Entstehungsprozess Thema.
Dem Betrachter, der ein Beweger dieses gedanklichen Raums werden kann, obliegt es, einen Prozess von visueller Aktion, Energie, Bewegung, Linie, Fläche, Entwurf und Manifestation nachzuvollziehen. Der Betrachter begreift die Zeichnungen als plastische Vorstellungsräume, die seines visuellen Impulses bedürfen, um sich in ihrer ganzen multidimensionalen Vielfalt zu entfalten. Die ästhetische Grenze zwischen zweidimensionalem Blatt und dreidimensionalem Objekt ist aufgehoben.